
17.01.2026 | Vorbericht | M1 | Verbandsliga | SG Hofen/Hüttlingen – VfL Pfullingen 2
Nach dem Last-Second-Krimi in Esslingen dürfen die Handballer der SG Hofen/Hüttlingen am Samstag endlich wieder vor heimischer Kulisse ran. Um 20 Uhr empfängt das Team von Trainer Gerd Mühlberger und Jan Eglauer in der Talsporthalle den VfL Pfullingen 2 – und will den Schwung aus dem dramatischen 31:30-Erfolg beim Team Esslingen mitnehmen. Bei einem weiteren Sieg winkt im besten Fall sogar Rang zwei.
Mühlberger blickt gern auf den Jahresauftakt zurück – gerade weil die Voraussetzungen alles andere als ideal waren. Nach einer längeren Pause und entsprechend kurzer Vorbereitungszeit sei das Ergebnis „richtig gut“ gewesen und habe seiner Mannschaft „nochmal Auftrieb gegeben“. Vor allem die Art und Weise imponierte dem Coach: In der zweiten Halbzeit lag die SG2H mehrfach zurück, blieb aber ruhig, holte die Rückstände immer wieder auf und „hat die Ruhe bewahrt – und zur richtigen Zeit zugeschlagen“.
Dass der Siegtreffer tatsächlich eine Sekunde vor Schluss fiel, sei für ihn als Trainer zwar natürlich ein Moment der Erleichterung – „weil dann keine Gefahr mehr da ist, dass man nochmal ein Gegentor kriegt“. Gleichzeitig schwinge aber auch Mitgefühl mit: „Man fühlt tatsächlich auch mit dem Gegenüber – das ist sehr bitter.“ Schließlich kenne man diese Seite selbst, wie Mühlberger anmerkt: Die knappe Niederlage in Laupheim kurz vor Weihnachten sei „mehr oder minder ähnlich“ gewesen. „Aber so ist Handball: Mal so, mal so – diesmal war’s schön für uns.“
Der Esslingen-Sieg sei zudem sinnbildlich für die Entwicklung der Mannschaft. Mühlberger ist überzeugt: „Das war ein Spiel, das wir in der Vorrunde der Vorsaison wahrscheinlich nicht gewonnen hätten.“ Die SG2H wisse inzwischen, dass sie Rückstände aufholen kann – ohne kopflos zu werden. „Wir sind ruhiger geworden“, sagt der Trainer, und sieht genau darin einen wichtigen Schritt nach vorn.
Gegen den VfL Pfullingen 2 warten nun keine Geschenke. Das Hinspiel verlief aus SG-Sicht zwar optimal – damals zeigte Hofen/Hüttlingen beim 29:22-Erfolg die beste Defensivleistung in der bisherigen Verbandsliga-Zeit. Doch Mühlberger warnt vor falscher Sicherheit: „Im Hinspiel hatte sich der Gegner aus meiner Sicht ein bisschen unter Wert verkauft und wir hatten klar dominiert.“
Nach der Niederlage beim TSV Betzingen stehen die Pfullinger nun etwas unter Druck. 11:15 Punkte bedeuteten den zehnten Platz, doch dahinter lauern die Kellerkinder und wittern auf ihre Chance. Der SG2H-Coach rechnet am Samstag mit einer motivierten jungen Truppe, die ihre Chance auf Zählbares nutzen möchte. „Ich erwarte ein schwieriges Spiel.“
Doch wenn es eng werden könnte, hat das Team vom Kappelberg und Kochertal wieder einen moralischen Joker in der Hinterhand – die eigenen Fans. Mühlberger schwärmt noch von der Stimmung in Esslingen: „Es fühlte sich für uns wie ein Heimspiel an. Das war wieder Weltklasse. Ein großes Dankeschön an alle mitgereisten Fans.“
Personell sieht es gut aus: Bis auf die Langzeitverletzten Yannik Seeh und Theo Sauter sind alle dabei und einsatzbereit.




