
18.04.2026 | Spielbericht | M1 | Verbandsliga | SG Hofen/Hüttlingen – HV RW Laupheim | 42:45
Ein Spitzenspielspiel, das zur Pause entschieden schien – und am Ende doch noch einmal brannte: Der Tabellendritte SG Hofen/Hüttlingen hat in der Handball-Verbandsliga eine spektakuläre Aufholjagd hingelegt, musste sich dem Spitzenreiter HV Rot-Weiß Laupheim aber dennoch mit 42:45 geschlagen geben.
Schon in der Anfangsphase deutete sich an, dass es ein Abend werden würde, an dem beide Offensivreihen den Ton angeben. Doch während Laupheim von Beginn an mit Klarheit und Effizienz agierte, fand die SG Hofen/Hüttlingen zunächst überhaupt keinen Zugriff. Die Gäste spielten ihre Angriffe mit beeindruckender Präzision aus, nutzten jede Lücke – und stellten die Abwehr der Hausherren vor enorme Probleme.
Nach nicht einmal zehn Minuten war der Rückstand bereits deutlich: 3:9. Trainer Gerd Mühlberger reagierte früh mit einer Auszeit, doch der Rhythmus des Tabellenführers ließ sich kaum brechen. Immer wieder fand Laupheim Lösungen, insbesondere über Nikola Potic, der mit seiner Dynamik und Abschlussstärke kaum zu stoppen war und allein im ersten Durchgang sechs Treffer erzielte.
Die SG2H hingegen wirkte in dieser Phase ungewohnt anfällig. In der Defensive fehlte der Zugriff, im Angriff zwar nicht die Ideen, aber die letzte Konsequenz. So wuchs der Rückstand weiter an – auch, weil Spieler wie Kenan Durakovic und Markus Leno immer wieder erfolgreich abschlossen. Als die Teams in die Kabine gingen, zeigte die Anzeigetafel ein deutliches 16:26. Zehn Tore Rückstand – in einem Spiel auf diesem Niveau eigentlich eine Hypothek, die nur schwer zu begleichen ist.
Doch wer dachte, die Partie sei entschieden, wurde im zweiten Durchgang eines Besseren belehrt.
Die SG Hofen/Hüttlingen wie ausgewechselt. Plötzlich war Energie da, Aggressivität, Tempo – und vor allem der unbedingte Wille, dieses Spiel noch einmal zu drehen. Angriff um Angriff fand nun den Weg ins Ziel, die Abschlüsse wurden klarer, die Überzeugung größer.
Angeführt von Yannik Haas und Theo Sauter, die jeweils sieben Treffer erzielten, begann die Aufholjagd. Moritz Harsch (6 Tore) und Mathis Sutter (5) reihten sich ein in eine Phase, in der die SG2H nahezu jeden Angriff erfolgreich abschloss. Das Spiel kippte – zumindest emotional. Die Talsporthalle wurde lauter, jeder Treffer gefeiert, jede gelungene Aktion trieb die Mannschaft weiter an. Und plötzlich war er da, der Glaube.
Tor um Tor schmolz der Rückstand. Die Gäste, zuvor so souverän, wirkten nun deutlich mehr gefordert, mussten jede Aktion verteidigen. Knapp vier Minuten vor dem Ende stand es nur noch 38:43 – das Spiel war wieder offen, die Spannung greifbar.
Doch die Zeit lief gegen die SG2H. So sehr sich die Gastgeber auch aufbäumten – die ganz große Wende blieb aus. Am Ende setzte Jonas Fürst mit dem Treffer zum 42:45 den Schlusspunkt unter eine Partie, die zwei völlig unterschiedliche Gesichter hatte: eine dominante erste Hälfte des Spitzenreiters – und eine leidenschaftliche, energiegeladene Aufholjagd der SG Hofen/Hüttlingen.
SG2H: Knauß, Brucker – Yannik Haas (7), Sauter (7), Harsch (6), Sutter (5), Jonas Fürst (4), Eiberger (3), Marius Haas (2), Joas (2), Wolter (2), Deuber (1), Louis Fürst (1), Jörg (1), Scheuermann (1), Funk.




