
26.09.2026 | Spielbericht | M1 | Verbandsliga | SG Hofen/Hüttlingen – SV Fellbach | 31:22
Was für eine zweite Halbzeit! Die SG Hofen/Hüttlingen hat im ersten Heimspiel der neuen Verbandsliga-Saison eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Nach ausgeglichenen ersten 30 Minuten drehte die Mannschaft von Trainer Gerd Mühlberger gegen den SV Fellbach mächtig auf und feierte mit 31:22 (14:14) ihren ersten Saisonsieg. Der Schlüssel: eine Defensive, die nach der Pause kaum noch etwas zuließ – ein stark aufgelegter Torhüter Jannis Brucker und ein Yannik Haas, der mit 15 Treffern nicht zu stoppen war.
Dabei hatte zunächst wenig auf einen derart deutlichen Erfolg hingedeutet. Schließlich war Fellbach mit reichlich Selbstvertrauen angereist: Zum Saisonauftakt hatten die Gäste beim Vorjahres-Vizemeister HV Rot-Weiß Laupheim gewonnen. Und auch in Wasseralfingen machte Fellbach der SG2H zunächst das Leben schwer, während die Hausherren selbst nur schleppend in die Begegnung fanden. Vor allem defensiv fehlte zunächst der Zugriff. Immer wieder fanden die Gäste Lücken und kamen zu guten Möglichkeiten.
So entwickelte sich eine Begegnung auf Augenhöhe. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen, nach 30 Minuten war beim 14:14 alles offen. „Wir sind schwer reingekommen“, sagte Co-Trainer Heiko Huber. Für ihn spielte dabei auch die Niederlage zum Saisonstart eine Rolle: „Ich glaube, das war auch noch ein bisschen dem letzten Wochenende geschuldet, weil wir schlecht in die Saison gestartet sind.“
Hinzu kam eine Trainingswoche, die laut Huber „nicht optimal“ verlaufen war. In der ersten Halbzeit habe sich die Mannschaft deshalb erst wieder in die Partie „reinkämpfen müssen“.
Die Abwehr macht den Unterschied
Und genau das gelang. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich plötzlich ein anderes Bild. Die SG2H schaltete defensiv gleich mehrere Gänge nach oben. Die Räume wurden enger, die Zweikämpfe konsequenter geführt und Fellbach zunehmend zu schwierigen Abschlüssen gezwungen. Und wenn die Gäste doch einmal durchkamen, war häufig bei Jannis Brucker Endstation.
Der Torhüter zeigte mehrere starke Paraden und wurde zu einem entscheidenden Faktor. „Der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir in der zweiten Halbzeit wirklich eine gute Abwehr gespielt haben“, sagte der Co-Trainer. Brucker habe dahinter mit seinen Paraden zusätzlich den nötigen Rückhalt gegeben.
Und je besser die Defensive funktionierte, desto größer wurde auch das Selbstvertrauen im Angriff. Fellbach dagegen verlor zunehmend den Faden. Besonders deutlich wurde das in einer Phase, in der die Gäste fast zehn Minuten lang keinen einzigen Treffer erzielten. Die SG2H nutzte diese Schwächephase konsequent und zog davon.
Aus einem völlig offenen Spiel wurde innerhalb einer Halbzeit eine klare Angelegenheit. Gerade einmal acht Gegentore ließ die SG2H nach dem Seitenwechsel noch zu.
Yannik Haas ist nicht zu stoppen
Und vorne? Dort hatte die SG2H an diesem Abend einen Mann, der beinahe alles traf. Rückraumspieler Yannik Haas erwischte einen überragenden Tag. Egal, was Fellbach versuchte – der Rückraumspieler fand immer wieder einen Weg zum Tor. Am Ende standen 15 Treffer auf seinem Konto. Fast die Hälfte aller SG-Tore ging damit auf Haas.
Beim Schlusspfiff stand schließlich ein 31:22 auf der Anzeigetafel. Neun Tore Unterschied – danach hatte es zur Pause wahrlich nicht ausgesehen. „In der zweiten Halbzeit sind wir dann doch noch gut rausgekommen“, bilanzierte Huber.
Viel wichtiger als die Höhe des Erfolgs dürfte für die SG2H jedoch die Art und Weise gewesen sein. Nach dem Fehlstart in Neuhausen zeigte die Mannschaft die gewünschte Reaktion. Die Defensive stabilisierte sich, Brucker gab seiner Mannschaft den nötigen Rückhalt und Haas sorgte vorne für die Tore. So belohnte sich die SG2H mit den ersten beiden Punkten der Saison.
SG2H: Brucker, Rathgeb – Y. Haas (15), L. Fürst (4), Eiberger (3), Funk (3), Sauter (3), Joas (2), M. Haas (1), Anlauf, Harsch, L. Fürst, Göhringer, Scheurmann, H. Sutter, M. Sutter




